Die Anfänge II – Eine neue Heimat

Die Familie Bentlage aus Gütersloh erklärte sich bereit, dem Verein das Gelände um ihren Gasthof herum zur Verfügung zu stellen. Den Kontakt ermöglichte Reinhard Bentlage, der ebenfalls Mitglied des Vereins Freundeskreis Zillertalbahn e. V. war.

Der Gasthof Mühlenstroth wurde nun zum Zentrum einer komplett neu geschaffenen Kleinbahnanlage. Die engen Radien ließen jedoch nur eine Spurweite von 600 mm zu. Dies hatte zur Folge, dass die Lok Mölm von 750 mm auf 600 mm umgespurt werden musste, ehe sie ihren Weg nach Gütersloh antreten konnte. Für die Strecke wurden gebrauchte Feldbahnschienen auf halbierten Regelspur-Schwellen entlang der Grundstücksgrenze montiert. Zusätzlich wurden neun Weichen verlegt. Von Anfang an war ein Fahrbetrieb mit Personenbeförderung angedacht.

Die Mülheimer Gruppe nannte sich seit dem Ortswechsel Dampf-Kleinbahn Mühlenstroth. Am 24. März 1972 wurde die Dampflok Henschel 28470/1948 von der Firma Korte in Bochum gekauft, die zwei Jahre später ihren Fahrbetrieb aufnehmen sollte. Zwei Wochen danach kaufte die Dampf-Kleinbahn Mühlenstroth die noch in Aufarbeitung befindliche Lok Mölm vom Freundeskreis Zillertalbahn e. V. für ihr neues Gelände.

Bevor jedoch mit dem öffentlichen Personenfahrbetrieb begonnen werden konnte, musste zunächst eine rechtliche Grundlage geschaffen werden. Daher entschieden sich die Mitglieder, einen eingetragenen Verein zu gründen. Am 18. Juni 1972 wurde daraufhin in der Gaststätte Mühlenstroth mit der Gründung des Vereins Dampf-Kleinbahn Mühlenstroth e. V. – abgekürzt DKBM – der entscheidende Schritt getan. Die Weichen für die Zukunft des Vereins waren gestellt.

Laut der ersten Mitgliederversammlung, die im Anschluss an die Gründung stattfand, wurde als Eröffnungtermin der 1. Mai 1973 festgelegt. Dieser Termin musste aber aufgrund unvorhergesehenen Arbeitsaufwandes auf Pfingsten verschoben werden, während bis heute immer am 1. Mai jeden Jahres der erste Betriebstag der Saison stattfindet.

Zu diesem Zeitpunkt waren originale Personenwagen in 600 mm Spurweite nicht mehr erhältlich. Daher wurden bei der Firma Janowsky in Mülheim a. d. Ruhr zwei zweiachsige Personenwagen mit je 20 Sitzplätzen sowie ein Packwagen gebaut. Leider waren die aus Spanplatten erstellten Außenwände nicht wetterfest und mussten bereits nach wenigen Jahren ersetzt werden.

Weiterhin wurde ein zweiständiger Lokschuppen erbaut, der zunächst als Werkstatt und als Unterstellmöglichkeit für die Lok und die Personenwagen diente. Heute ist in dem ehemaligen Lokschuppen die Werkstatt untergebracht. Damit war die Infrastruktur für einen geplanten Fahrbetrieb in einfachster Form vorhanden.

1973 standen dem Kleinbahnverein bereits die Dieselloks V 11 Wilhelmine (Schöma 734/1950) und V 12 Senne (Deutz 11853/1934) zur Verfügung, die sich hervorragend im Gleisaufbau bewährten. Im ursprünglichen DKBM-Nummernschema sollten die Dampflokomotiven die Nummern 1 bis 10 erhalten und die Diesellokomotiven die Nummern 11 bis 19.

Die Geschichte der DKBM

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