Lok 11 – Solvay

Von 1944 bis 1979 war Lok 11 auf der Bromberger und Wirsitzer Kreisbahn im Einsatz. Die Lok wurde während der deutschen Besetzung Polens 1941 in der Oberschlesischen Lokomotivfabrik, Krenau O.S. (Oberlok) entworfen. Sie war eine modernisierte Weiterentwicklung eines sehr erfolgreichen Typs, den Hanomag 1923 nach Polen geliefert hat. In Polen wurden ab 1926 15 Hanomag-Nachbauten mit verschiedenen Veränderungen gebaut, zuletzt 1940 eine für die Solvay-Werke in Krakau. Diese lieferte den Typen-Namen „Solvay“ für die Serie während der Okkupationszeit.

Durch die hohe Auslastung von Oberlok während des zweiten Weltkriegs wurde sie erst 1944 gebaut und zwar im Unterauftrag bei der rumänischen Lokfabrik Malaxa in Bukarest. Insgesamt wurden dort damals zehn Loks diesen Typs gebaut. Davon waren vier Tenderloks mit Spurweite 600 mm für die Wirsitzer (WKB) und Bromberger Kreisbahn (BKB) und vier weitere Tenderloks mit Spurweite 590 mm für zwei Kohlenbergwerke in Oberschlesien. Zwei wurden in etwas veränderter Form als Schlepptenderloks mit Spurweite 750 mm für eine Zuckerfabrik gebaut.

Unsere Lok mit der Fabriknummer 777 wurde zunächst als WKB 27 ausgeliefert, wurde nach dem Betriebsbuch 1949 von der Polnischen Staatsbahn (PKP) zunächst als Tx4 501 und 1961 in Tx6 501 umgezeichnet. Sie war in meistens in Koronowo (ehem. Dt. Krone) und gelegentlich in Białośliwie ( ehem. Weißenhöhe) beheimatet. Zur Vergrößerung der Reichweite wurde die Lok in Polen mit einem Zusatztender ausgerüstet.

1979 wurde sie mit ca. 1,1 Mio. km Laufleistung ausgemustert und an einen Sammler in Belgien verkauft. Von gelangte sie im Jahr 2000 zunächst zur Berliner Parkeisenbahn. Als sich dort kein Bedarf für die Lok abzeichnete wurde im Jahr 2019 mit der betriebsfähigen Aufarbeitung für die DKBM begonnen. Wegen des sehr schlechten Zustands wurden im Laufe der Instandsetzung viele Baugruppen der Lok erneuert, u.a. Kessel, Führerhaus und Kuppelstangen. Mit der Inbetriebnahme bei DKBM ist nicht vor 2028 zu rechnen.

Die Lok besitzt einen innen liegenden Barrenrahmen und ist mit Kolbenschiebern der Regelbauart ohne Druckausgleich ausgerüstet. Die Zylinder haben äußere Einströmung. Die Achsen 1-3 sind fest im Rahmen geführt, wobei die 2. Achse für den Einsatz bei DKBM einen geschwächten Spurkranz erhielt. Die vierte Achse ist als Bauart Gölsdorf 15 mm nach beiden Seiten verschieblich, um die Kurvenläufigkeit zu verbessern. Die Lok besitzt zwei 60l-Injektoren Bauart Schäffer & Buddenberg, einen Elevator, Lichtmaschine und Dampfläutewerk. Sie wurde in Polen mit einem Zusatztender (Zt4 5072) betrieben. Der Tender besitzt als Fahrgestell den Rahmen einer ehemaligen Deutz-Diesellok des Typs OMZ 122. Die Kohle auf dem Tender wurde bei Bedarf in den Tender der Lok umgeschaufelt; das Wasser über eine Schlauchverbindung zur Lok geleitet.

Technische Daten zu DKBM-Lok 11 „Solvay“

MerkmalAngabe
BezeichnungDKBM-Lok 11 „Solvay“ (ex PKP Tx6 501, ex WKB 27)
HerstellerOberschlesische Lokfabrik, Krenau O.S.
Fabrik-Nr./Baujahr777 / 1944
BauartDn2t
GattungK 44.5
Treib- und Kuppelrad Ø650 mm
Länge über Puffer (LüP)6370 mm
Höchstgeschwindigkeit30 km/h
SteuerungHeusinger mit äußerer Einströmung
Rostfläche (Neubaukessel)0,68 m²
Verdampfungsheizfläche (wasserberührt)36 m²
Zylinder Ø295 mm
Kolbenhub350 mm
Lokdienstlast19 t
Wasservorrat2,2 m³
Kohlenvorrat1,0 t
Leistung (Neubaukessel)130 PS (96 kW)
Kesselüberdruck (Neubaukessel)14 bar
BremseDampfbremse und Wurfhebelbremse
Achsstand (fest / gesamt)1600 mm / 2400 mm
Zugkraft (0,75 p) (Neubaukessel)4930 kg

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