Die Anfänge I – Die erste Lokomotive

Die Geschichte der Dampf-Kleinbahn Mühlenstroth begann nicht mit dem ersten Betriebstag am 10. Juni 1973 in Gütersloh. Die Wurzeln des Vereins liegen Jahre davor im Ruhrgebiet.

In Mülheim a. d. Ruhr gründeten mehrere Eisenbahnfreunde am 1. November 1967 den Verein Freundeskreis Zillertalbahn e. V. (FZB), der sich die Förderung der Zillertalbahn in Österreich zum Ziel gesetzt hatte. Die Strecke der Bahn führt mit einer Streckenlänge von ungefähr 32 km durch das Zillertal in Tirol von Jenbach nach Mayrhofen.

Unter einigen Vereinsmitgliedern verstärkte sich der Wunsch, eine eigene Dampflokomotive anzuschaffen. Diese sollte danach bei der Zillertalbahn eingesetzt werden, deren Strecke bis heute eine Spurweite von 760 mm aufweist. Auf der Suche nach einer geeigneten Lok wurde man bei einem Schrotthändler in Büttgen bei Neuss fündig.

Die Dampflok (Hohenzollern 3643/1917) wurde im Juni 1917 an das Stahlwerk Gebrüder Böhler AG in Düsseldorf-Oberkassel geliefert und dort bis zu ihrer Außerdienststellung 1965 als Werklok eingesetzt.

Zu den Freundeskreis-Aktivitäten zählten Werbeaktionen, die den Bekanntheitsgrad der Zillertalbahn steigern sollten. Vom 1. Mai bis zum 15. Mai 1971 verlegten sie entlang der Ruhrpromenade in Mülheim a. d. Ruhr eine kurze Eisenbahnstrecke, auf der sie daraufhin mit der Dampflok Nr. 2 sowie drei Personenwagen der Zillertalbahn, Werbefahrten durchführten. Ein paar Monate später widmete man sich dann intensiv der kleinen im Februar gekauften Lokomotive.

Die folgenden Aufnahmen zeigen die Ankunft der Lokomotive in Mülheim a. d. Ruhr 1971.

Sie dokumentieren die Aufarbeitung von der Zerlegung über den erneuten Zusammenbau bis zu ihrer TÜV-Abnahme im Dezember 1972. Auf dem Gelände der Spedition Janowsky wurde der späteren Lok Mölm in mühevoller Handarbeit ein zweites Leben gegeben.

Der Zusammenbau der Lokomotive konnte beginnen.

Einige ursprüngliche Elemente, wie zum Beispiel der Wasser- und der Kohlenkasten konnten ohne Änderungen übernommen werden.

Der Führerstand wurde hinsichtlich des zukünftigen Einsatzortes Zillertalbahn angepasst. Er wurde vergrößert, den Proportionen der Personenwagen im Zillertal angeglichen und mit Fenstern einer ausgemusterten Lokomotive der Baureihe 94 versehen.

Bevor das endgültige Führerhaus aus Blech gefertigt wurde, erstellten die Vereinsmitglieder ein Muster in Originalgröße aus Spanplatten, um die neuen Proportionen vorab zu prüfen.

Der Rahmen wurde entsprechend verbreitert und Armaturen optimiert. So sollte dem Einsatz auf den langen Strecken der Zillertalbahn nichts mehr im Wege stehen.

Während der Aufarbeitung der Lokomotive änderte sich jedoch der ursprüngliche Plan. Aufgrund der Inbetriebnahme einer eigenen Lokomotive hatte die Zillertalbahn keine Verwendung mehr für die Lok der Mülheimer Truppe. Die Eisenbahnfreunde standen damit kurz vor der betriebsfähigen Fertigstellung der kleinen Lok ohne geeignete Strecke da.

Reimund Fersing, Wolfgang Knoke und Hans-Georg Karenfort ist es zu verdanken, dass nach 14 Monaten Aufarbeitung am 20. Dezember 1972 die TÜV-Abnahme positiv erfolgte. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte man etwa 3400 Arbeitszeitstunden, 2000 DM für ihren Erwerb, sowie weitere 3500 DM für die Aufarbeitung investiert.

Die Lok wurde auf den Namen Mölm getauft, die plattdeutsche Bezeichnung für Mülheim a. d. Ruhr.

Die Geschichte der DKBM

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