Lok 9 – Francesca S

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges begannen die Aliierten, hier die Amerikaner, 1947 überzähliges »Beutegut« zu verkaufen, so auch die teilweise fabrikneuen Heeresfeldbahnloks. Die Henschel 25325 wurde am 16. Juni 1947 an das Münchener Bauunternehmen A. Kunz & Co. verkauft und in den Braunkohlegruben in Schwandorf eingesetzt. Am 27. August 1952 wurde sie ohne den zur Bauart HF 110 C gehörenden Schlepptender an die Waldbahn Maglic nach Jugoslawien weiterverkauft, bei der die Tenderlok einen zusätzlichen Führerhausanbau zur Brennholzlagerung erhielt.

Im September 1981 erwarb Walter Seidensticker die seit 1975 abgestellte Lok, ließ sie in der Werkstatt der Teutoburger Wald-Eisenbahn in Lengerich aufarbeiten und mit einem »Rucksack« zur Kohlenlagerung versehen. 1985 traf die Lok bei der Jagsttalbahn ein und wurde dort auf den Namen Bielefeld getauft. Nach einem Kesselschaden 1988 musste die Lok dort abgestellt werden. Noch im gleichen Jahr gelangte sie zur DKBM, wo sie von 750 mm auf 600 mm umgespurt wurde und bis 1991 abgestellt blieb. Nach einer Hauptuntersuchung im RAW Görlitz und mit neuem Kobelschornstein wurde sie ab Dezember 1992 bei der Berliner Parkeisenbahn eingesetzt, bis sie 1996 wieder zur DKBM zurückkehrte.

1999 wurde die Lok blau umlackiert und erhielt einen Nachguss des Original-Schornsteins. Sie wurde von der Namensgeberin Francesca Seidensticker mit ihrem Vater Frank am 4. Dezember 1999 feierlich auf den Namen Francesca S getauft.

Technische Daten zu DKBM-Lok 9 „Francesca S“

MerkmalAngabe
HerstellerHenschel
Fabrik-Nr./Baujahr25325 / 1942
BauartCn2t
GattungK 33.6
Treib- und Kuppelrad Ø700 mm
Länge über Puffer (LüP)6640 mm
Höchstgeschwindigkeit30 km/h
SteuerungHeusinger
Rostfläche0,725 m²
Verdampfungsheizfläche30,2 m²
Zylinder Ø300 mm
Kolbenhub350 mm
Lokdienstlast17,73 t
Wasservorrat1,9 m³
Kohlenvorrat1,5 t
Leistung110 PS (80,9 kW)
Kesselüberdruck13 bar
BremseDruckluft (K P+G m. Z.)
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